Delir nach Infektionen (Pneumonie, HWI, Grippe, Sepsis)
Delir nach häufigen Infekten und in der Rekonvaleszenz: Abklärung und Prävention.
InhaltKernaussagenKlinischer KontextPathophysiologieSystematische AbklärungSichere BehandlungHäufige FallstrickePraktische TabellenVerwandte Themen
Kernaussagen
- Bei Älteren ist ein Delir oft ein Frühzeichen einer Infektion (Pneumonie, HWI, Influenza, Sepsis) – auch ohne Fieber.
- Meist multifaktoriell: Entzündung + Dehydratation, Hypoxie, Metabolik, Medikamente.
- Sepsis bedenken bei Tachypnoe, Hypotonie, Schüttelfrost oder rascher Verschlechterung.
Klinischer Kontext
Infektionen sind häufige Delir‑Trigger. Pneumonie und HWI sind klassische Quellen; virale Infekte wirken über Entzündung, Schlafstörung und Flüssigkeitsmangel. Delir kann der führende Befund sein.
Notfall: Delir mit schneller Atmung, niedriger SpO₂, Hypotonie, Schüttelfrost oder starker Somnolenz → Sepsisverdacht, sofort abklären.
Systematische Abklärung
- Vitalzeichen inkl. SpO₂.
- Fokus‑Suche: Lunge, Harnwege, Haut/Weichteile, Katheter/Wunden.
- Labore: Blutbild, CRP, Elektrolyte/Glukose, Organwerte; Sepsis‑Work‑up nach Indikation.
- Bildgebung nach Klinik (Thorax).
Sichere Behandlung
Infekt behandeln + Oxygenierung/Flüssigkeit/Elektrolyte optimieren, Schmerz/Fieber kontrollieren. Delir‑freundliche Umgebung: Reorientierung, Schlafschutz, Mobilisation, Seh‑/Hörhilfen.
Praktische Tabellen
| Quelle | Hinweise | Erste Schritte |
|---|---|---|
| Pneumonie | Dyspnoe, niedrige SpO₂ | Thoraxdiagnostik |
| HWI | Dysurie/Frequenz (oft fehlend) | klinisch + Urin nach Indikation |
| Sepsis | Tachypnoe, Hypotonie | Notfall‑Protokoll |
Verwandte Themen
Überblick • Ursachen • Diagnose & Therapie • Notfallzeichen • Prävention