Schlaf und Delir

Schlafstörung, zirkadianer Rhythmus und praktische Maßnahmen zur Erholung.

Wichtiges auf einen Blick

  • Schlafstörung, zirkadianer Rhythmus und praktische Maßnahmen zur Erholung.
  • Delir ist ein akut einsetzendes, fluktuierendes Aufmerksamkeits‑ und Bewusstseinsdefizit. Wichtig ist die Ursache: Infektion, Medikamente, Dehydratation, Hypoxie, Schmerzen, Harnverhalt/Obstipation oder Stoffwechselstörungen.
  • Zuerst nicht‑medikamentöse Maßnahmen: ruhige Umgebung, Orientierungshilfen, Schlafschutz, Mobilisation, Brille/Hörgerät. Parallel ärztliche Abklärung und Behandlung der Ursache.

Klinische Situation

Dieser Artikel fasst Schlaf und Delir praxisnah zusammen. Schlafstörung, zirkadianer Rhythmus und praktische Maßnahmen zur Erholung.

Was dahinterstecken kann

Delir ist ein akut einsetzendes, fluktuierendes Aufmerksamkeits‑ und Bewusstseinsdefizit. Wichtig ist die Ursache: Infektion, Medikamente, Dehydratation, Hypoxie, Schmerzen, Harnverhalt/Obstipation oder Stoffwechselstörungen.

Systematischer Check

Achten Sie auf Warnzeichen (Atemnot, Krampfanfall, neue Lähmung/Sprachstörung, nicht weckbar). Prüfen Sie dann systematisch Auslöser: neue Medikamente, Flüssigkeitsmangel, Infektzeichen, Schmerzen, Schlafentzug.

Sicheres Vorgehen

Zuerst nicht‑medikamentöse Maßnahmen: ruhige Umgebung, Orientierungshilfen, Schlafschutz, Mobilisation, Brille/Hörgerät. Parallel ärztliche Abklärung und Behandlung der Ursache.

Typische Fallstricke

Nicht als „nur Demenz/Alter“ abtun. Keine Selbstmedikation mit Sedativa/Alkohol. Hypoaktives Delir (still, schläfrig) wird häufig übersehen.

Praktische Tabellen

Schnellcheck

SchrittWorauf achtenWann eskalieren
First minutesSafety, breathing, oxygen, temperature; check glucose if possibleUrgent help if red flags
Medication reviewNew drugs, dose changes, OTC/sleep aidsBring packages/photos
BasicsFluids, urine output, constipation, pain, sleepTreat reversible triggers

Wann dringend?

SchrittWorauf achtenWann eskalieren
Stroke-like signsFacial droop, arm weakness, speech problemsEmergency services
Breathing problemsVery low saturation, rapid breathing, bluish lipsEmergency evaluation
Seizure/collapseAny seizure or loss of consciousnessEmergency evaluation

PräventionDelir auf IntensivstationSchmerz und DelirSymptome des Delirs

Zusätzliche klinische Hinweise

Kommunikation & Umgebung

Sprich langsam und in kurzen Sätzen. Wiederhole wichtige Informationen, nutze Uhr, Kalender und Tageslicht. Brillen und Hörgeräte sind therapeutisch – ohne sie steigt das Risiko für Fehlinterpretationen und Halluzinationen. Nachts: Ruhe, Dunkelheit, keine unnötigen Störungen.

Vorbereitung auf den Arzttermin

Für die Abklärung sind exakte Angaben entscheidend: Beginn (Stunde/Tag), Schwankungen, Ausgangsniveau (Gedächtnis, Selbstständigkeit), neue Medikamente (auch rezeptfrei), Flüssigkeitsaufnahme, Urin/Stuhl, Schmerzen, Fieber, Atemnot, Sturz/Schädeltrauma. Wenn möglich Packungen oder Fotos der Medikamente mitbringen.

Medikamente & Sicherheit

Selbstmedikation ist riskant. Anticholinerge Mittel, Schlafmittel, Benzodiazepine, Opioide und Mischpräparate gegen Erkältung können Delir verschlimmern. Änderungen nur in Rücksprache; Ziel ist die kleinste wirksame Dosis und ein tägliches Re‑Assessment, wenn Sedierung nötig ist.

Häufiger FaktorHinweisePraktischer Schritt
Medikamentenänderungneu/erhöht; OTCListe erstellen und prüfen
Dehydrationwenig trinken, weniger Urinärztlich abklären; vorsichtig rehydrieren
HypoxieAtemnot, niedrige Sättigungdringend untersuchen