Delirium tremens (schwerer Alkoholentzug)

Schwerer Alkoholentzug mit Delir: Warnzeichen, Komplikationen und NotfallmaĂźnahmen.

Kernaussagen

  • Delirium tremens ist die schwerste Form des Alkoholentzugs und potenziell lebensbedrohlich.
  • Typischer Beginn 48–96 Stunden nach abruptem Reduzieren/Absetzen bei Abhängigkeit.
  • Delir + vegetative Hyperaktivität und Krampfrisiko → stationäre Notfallbehandlung.

Definition

Delirium tremens ist ein schweres Entzugssyndrom mit fluktuierender Aufmerksamkeitsstörung, Desorientierung, Halluzinationen und ausgeprägter vegetativer Instabilität. Pathophysiologisch steht ein Ungleichgewicht zwischen inhibitorischen (GABA) und exzitatorischen (Glutamat) Systemen nach chronischer Alkoholexposition im Vordergrund.

Zeitlicher Verlauf

Frühe Entzugssymptome beginnen häufig innerhalb von 6–24 Stunden; Delirium tremens entspricht meist dem Gipfel (Tag 2–4), kann aber variieren.

Klinische Zeichen

  • Delir: Unaufmerksamkeit, Desorientierung, psychomotorische Unruhe.
  • Halluzinationen (oft visuell), schwere Angst, Schlaflosigkeit.
  • Tachykardie, Hypertonie, Schwitzen, Tremor, Fieber.
  • Komplikationen: Krampfanfälle, Arrhythmien, Aspiration, Rhabdomyolyse.

Risikofaktoren

Früheres Delirium tremens oder Entzugskrampf, sehr hoher Konsum, interkurrente Infektion/Trauma/OP, Elektrolytstörungen (Mg/K), Lebererkrankung.

Abklärung

DT ist klinisch, aber differentialdiagnostisch müssen zusätzliche Ursachen des Delirs (Infektion, Kopftrauma, Hypoglykämie, hepatische Enzephalopathie) ausgeschlossen werden. Vitalparameter, EKG und Labor sind in der Regel erforderlich.

Notfall: Verdacht auf DT, Krampfanfall, Hyperthermie oder instabile Vitalwerte → sofortige Notfallversorgung.

Therapie

Protokollbasierte Sedierung (meist Benzodiazepine), Flüssigkeits‑ und Elektrolytausgleich (Mg/K/Phosphat), Thiamin (ggf. vor Glukose), Behandlung begleitender Erkrankungen und engmaschiges Monitoring.

Praktische Tabellen

ZeichenWie es aussiehtBedeutung
Starker Tremor/SchwitzenausgeprägtSchweregrad
Halluzinationenoft visuellVerletzungsrisiko
Tachykardie/Fiebervegetative KriseArrhythmie/Hyperthermie
Krampfanfallkann vorausgehenNotfall

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